Trauerbegleitung

Unser Trauerbegleitungsangebot

Wir bieten jedem unserer Kunden die Möglichkeit an, eine Einzelgesprächsstunde mit unserer Trauerbegleiterin Ursula Schmitz kostenlos wahrzunehmen. Nach diesem ersten Gespräch entscheiden Sie gemeinsam, wie es weitergeht. Sie können weitere Einzelgespräche führen oder sich einer unserer Trauergruppen anschließen. Für die Einzelgespräche stehen Ursula Schmitz und auf Wunsch auch ein männlicher Trauerbegleiter in unserem Haus zur Verfügung. Zudem vermitteln wir bei Bedarf den Kontakt zu einer der diversen ortsansässigen Selbsthilfegruppen.

Gelegentlich bieten wir auch ganz besondere Events zu diesem Thema an, wie z. B. gemeinsames Kochen für Männer oder begleitete Wanderungen und Ausflüge.

Nähere Informationen und Termine finden Sie unter der Rubrik "Aktuelles" und in der Tagespresse.

Der Trauerprozess kann auch dadurch begleitet werden, dass Spuren des Verstorbenen nachgezeichnet und diese – zum Beispiel in Form eines filmischen Portraits – liebevoll und ästhetisch verarbeitet werden.

Wir unterstützen Sie voll und ganz in Ihren Bedürfnissen und stellen immer den angemessenen Kontakt her.

Bei besonders tragischen Sterbefällen können wir jederzeit erfahrene Notfallseelsorger hinzuziehen.

Der Prozess der Trauer

Traurig sein nach dem Tod eines geliebten Menschen ist ein Gefühl, das von allen akzeptiert wird. Was aber ist mit der Trauer, die lange anhält, was, wenn das Leben nicht so schnell wieder "normal" wird?

Trauer ist keine Krankheit und ist auch nicht ausschließlich auf eine gewisse Zeit festgelegt. Leider gibt unsere Gesellschaft der Trauer nicht mehr den nötigen Raum, um den Verlust zu verarbeiten. Das kann zu einer Verdrängung führen, die auf Dauer unser weiteres Leben blockiert. Sie hält uns davon ab, im Augenblick zu leben und neue Wege zu gehen. Langjährig verdrängte Trauer kann sich sogar zu einer Depression entwickeln.

Trauer braucht Ausdruck, und bewusstes Trauern ist ein heilsamer Prozess. Denn Trauer ist eine ganz normale seelische und körperliche Reaktion auf einen Verlust. Da uns Trauer aber auch auf unterschiedliche, nicht immer eindeutig zu erkennende Weise begegnen kann, macht sie vielen Menschen Angst.

Die Psychologin Verena Kast entwickelte ein Modell von Trauerphasen, das hilft, die nun aufkommenden Empfindungen besser zu begreifen und mit ihnen umzugehen.

Die Phasen der Trauer

Erste Phase
Nicht-wahrhaben-Wollen: Ob der Tod zu erwarten war oder plötzlich kam, immer löst die Nachricht des Todes einen regelrechten Schock aus. Der Verlust kann nicht realisiert und die eigenen Emotionen können nicht wahrgenommen werden. Die trauernde Person scheint empfindungslos und fühlt sich oft selbst "wie tot". Meist ist die erste Phase kurz, nur einige Tage, höchstens einige Wochen (bei einem unerwarteten Verlust).

Zweite Phase
In dieser Phase kommen viele Gefühle auf: Trauer, Wut, Zorn, Angstgefühle und Ruhelosigkeit, die oft auch mit Schlafstörungen und körperlichen Reaktionen (z. B. schneller Puls, Schwitzen, Übelkeit etc.) verbunden ist. Auch die Suche nach einem Schuldigen (Krankenhaus, Pflegepersonal etc.) kann einsetzen. Der Verlauf dieser Phase ist stark von der Beziehung zu dem Verstorbenen abhängig: Konnten Probleme besprochen werden oder ist vieles offengeblieben? Auftretende Aggressionen sollten zugelassen werden, denn sie bewahren davor, in Depression zu verfallen. Insgesamt ist die Selbstbeherrschung oft ein hemmendes Element, das bewirkt, dass diese Phase der Trauer nicht bewältigt werden kann.

Dritte Phase
Suchen, finden, sich trennen: Beim Verlust eines geliebten Menschen wird der Verstorbene unbewusst oder bewusst gesucht. Meistens an Orten, die mit ihm in Verbindung stehen, wie Zimmer und Landschaften, oder auf Fotos und in Träumen. Es wird versucht, Teile der Beziehung zu erhalten, ein innerer Dialog findet statt. Bestenfalls wird der Verlorene zu einem "inneren Begleiter".

Vierte Phase
Wenn Wege gefunden wurden, mit dem Verstorbenen positiv umzugehen, kann er als innerer Begleiter erlebt werden. Das zeigt sich daran, dass Lebensmöglichkeiten, die zuvor an die gemeinsame Beziehung gebunden waren, in das eigene Leben integriert werden können.

Selbstvertrauen und der Bezug zum Hier und Jetzt wachsen; es wird wieder möglich, das eigene Leben zu gestalten.

Der Durchlauf der Phasen ist natürlich individuell verschieden. Daher bieten wir Seminare und Vorträge zur Trauerbewältigung in unserem Haus an und sind immer offen für persönliche Fragen und Gespräche.

Zum gemeinsamen Erinnern: Eine feste Einrichtung unseres Hauses ist der jährlich Anfang November stattfindende Gedenknachmittag für die im letzten Jahr Verstorbenen. Hierzu sind die Angehörigen sowie alle Interessierten herzlich eingeladen.

Nähere Informationen und den genauen Termin finden Sie unter der Rubrik "Aktuelles"